Alles

Egal?

Oder hast Du
noch Träume?

Buß- und Bettag
Mittwoch, 20.11.2019

Gebete

Damals, als Du träumtest, eine Prinzessin zu sein,
da war es wichtiger, die Welt schön zu machen als Hausaufgaben. 
Damals, als Du träumtest, Feuerwehrmann zu sein,
da war es wichtiger, Menschen zu retten als Geschirr abzutrocknen.
Und heute, da Du träumst,
was ist da wichtiger? 

Dr. Friederike Erichsen-Wendt 


Egal

Sag nicht: egal!
Sag: ich will nicht!
Sag nicht: egal!
Sag: ich kann nicht!
Sag nicht: egal!
Sag: ich fürchte mich!
Sag nicht: egal!
Sonst gehst du
von egal zu egal
ungelebt in den Tod
Sei klar!
s umleuchtet dich
die Klarheit des Herrn
Sei lebendig!
Es liebt dich
der Lebendige
Du bist immer
zu mehr als Egal in der Lage.

Roland Kupski


Klare Sicht

Ich suche, wühle, krame
zwischen
den Papieren
und- Oh, Gott- eine Mahnung
bin ich
festgesetzt
eingeheftet
mit Haftzetteln verhaftet
auf Lebenszeit
Akten beschweren Mund und Augen
Ich stecke den Kopf in die Arbeit
Die Neugier hat
„Heute geschlossen!“
Die Traum-Jalousie
fährt mit Gleichmut
in die Dunkelheit
Kurz vor dem Verschluss
schießen mir Lieder in den Kopf:
„Ich schenk dir einen bunten Luftballon!“
„Ich tanze mit dir in den Himmel hinein!“
Ich singe mir den Himmel auf Erden
und alle Ohrwürmer in mein Gemüt
„Weißt du wieviel…“
mit falschen Tönen
und vergessenem Text
ist mir doch egalala
und lalelu
so träum auch du!
Denn er schaut zu
am Himmel hell und klar.

Imke Leipold


Lieber Gott,

ich brauche dich jetzt.
Ja, sicher, das ist nicht immer so.

Wie oft renn‘ ich durch die Gegend, einfach so, Tag für Tag. Du kennst meinen Weg ja. Ich weiß auch nicht immer, was richtig ist und wo’s langgeht. Daher die vielen Kurven und Sackgassen.

Ach, wie viele Wege ich nicht gegangen bin! Wie viel ich nicht geliebt habe. Wie oft ich nicht aufmerksam gewesen bin. Wie sehr ich nicht vertraut habe.

Ich laufe hier, und habe mir den Segen erschlichen, den eigentlich mein Bruder kriegen sollte.

Die Verantwortung dafür nimmt mir keiner ab. Hast Du mich schon aufgegeben?

Ich weiß gar nicht genau, wohin ich mich wenden soll.

Warum zeigst du dich denn nicht?
Ich wüsste gerne, wo du bist.
Wo du wohnst.
Wohin ich gucken muss, damit ich dir in die Augen sehen kann.
Wo dein Himmel ist.
Ist das da, wo die Wolken sind?
Oder hinter den Sternen?

Wie weit ist das weg, lieber Gott?
Ist das zu weit für mich?
Finde ich das?
Und muss ich da alleine gehen oder zeigst du mir den Weg?

Ja, ich weiß, lieber Gott, das sind viele Fragen. Vielleicht hätte ich die längst schon mal stellen sollen. Ach, es ist spät geworden für so große Fragen. Da liegt ein schöner Stein, guck mal. Da werd‘ ich mich hinlegen und die Nacht verbringen. Schlafen ist gut für schwere Fragen.

Amen, lieber Gott.

Dr. Volker Mantey


Macht der Liebe!
Reiß mich aus den Träumen von einem Leben, das sich erst morgen erfüllt;
aus dem Schäumen der Wünsche, die nur Zukünftiges stillt;
aus dem: „wenn…dann!“ und der blinden Hoffnung, die, was heute ist, übersieht. 

Macht der Liebe!
Weck mich auf aus dem dunklen Gestern, dem Verhängnis des Vergangenen,
bleischwer liegt es auf mir und hält mich im: „so war das immer“ gefangen.

Macht der Liebe!
Rüttel mich wach zum Hier und Jetzt, zur Wirklichkeit, die Du für mich erträumst.
Reib mir den Schlaf aus den Augen! Dass ich ihn finde: Deinen Augenblick.

Dr. Thorsten Waap


Gott geträumt

God has a dream.
Eure Berge weichen
ohne Gewalt.
Leben schmeckt
ohne Blut auf der Zunge.
Nach Achtsamkeit
riecht eure Liebe.
Du wirst streiten
ohne Hass.
Ohne Geschrei
kannst du reden.
Doch es gibt keine Schuld,
die nicht nach Vergebung ruft.
Ihr werdet es hören.

God has a dream,
und ich habe von Gott geträumt. 

Lars Hillebold


Am Ende konnte er nicht mehr
Er musste fliehen
vor dem Bruder
der Schuld
vor Gott

Am Ende konnte er nicht mehr
sank auf einem Stein nieder
und fiel in unruhigen Schlaf
Würde er jemals ankommen
in seinem Leben
Im Traum sah er Gott
ohne zu erschrecken
und die Engel kamen zu ihm
und trugen seine Gedanken
in den Himmel

Bis zum Ende bin ich bei dir
hörte er ihn sagen
und ich will dich segnen
Und irgendwann kam er an
und es war gut

Christoph Breit


Das Gebetsheft der Kampagne als Download: PDF-Dokument